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Europa der Muttersprachen: Film & Lesungen Eintritt: Film frei, Lesungen: E 8/7/6 Veranstalter: Verein Literaturhaus  © Foto Isigüzel: Iletisim Yayinlari | Zum Auftakt des Türkei-Festivals in der Reihe „Europa der Muttersprachen“ lesen nach 20 Uhr die Autoren Sebnem Isigüzel und Murat Uyurkulak. Deutsche Lesung: Christine Sohn und Recai Hallac, der auch übersetzt und moderiert. Bereits um 18 Uhr wird der ausgezeichnete Film „Yazi Tura“ (dt. „Kopf oder Zahl“, TR 2004, 110 Minuten, Regie: Ugur Yücel) über zwei Männer gezeigt, die, vom Kurdenkrieg heimgekehrt, wieder im normalen Leben Fuß fassen wollen. Mit dem Schicksal der Kurden beschäftigt sich Murat Uyurkulak in seinem Aufsehen erregenden Debütroman „Zorn“ (Unionsverlag, 2008; türk. „Tol“, 2002), in dem er auf hohem sprachlichen Niveau die inoffizielle Geschichte der Türkei in den letzten Jahrzehnten aufarbeitet. „Nicht nur politisch schreibt Uyurkulak gegen den Strich, sondern auch motivisch und stilistisch. Sex und Alkohol sind keine Tabuthemen; und die Sprache schlägt Purzelbäume.“ (TAZ) Der Roman „Am Rand“ (Berlin Verlag, 2008; „Cöplük“, 2004) von Sebnem Isigüzel erzählt, wie Familie und Gesellschaft das Unglück eines Menschen besiegeln können. Leyla, von den Obdachlosen „Königin der Müllberge“ genannt, lebt am Rande von Istanbul und versucht hier, ihr altes Leben als Diplomatentochter, berühmte Schachspielerin und Ehefrau zu vergessen. Auf einem Streifzug findet sie einen halbtoten Mann, nimmt ihn in ihrer Lehmhütte auf und beginnt, sich der Tragödie ihres Lebens zu stellen ... „Seite für Seite ein Lesefest – und diese Autorin eine Entdeckung.“ (DR Kultur)
Europa der Muttersprachen: Film & Lesungen Eintritt: Film frei, Lesungen: E 8/7/6 Veranstalter: Verein Literaturhaus  © Foto Erdogan: Gürcan Öztürk; Foto Barbarosoglu: Dagyeli-Verlag | Am zweiten Abend des Türkei-Schwerpunkts lesen nach 20 Uhr die Autorinnen Asli Erdogan und Nalan Barbarosoglu. Deutsche Lesung: Christine Sohn. Moderation und Übersetzung: Recai Hallac. Um 18 Uhr wird der preisgekrönte Film „Yasamin Kiyisinda/Auf der anderen Seite“ (D/TR 2007, 122 Minuten, Regie: Fatih Akin) gezeigt. Im Zentrum stehen sechs Menschen, deren Wege sich auf schicksalshafte Weise kreuzen, ohne sich zu berühren. Nalan Barbarosoglus Sprache ist Musik, ihr feministischer Krimi „Silbernacht“ (Verlag Dageli, 2008; türk. „Gümüs Gece“, 2004) ein Roman in Fragmenten, grotesk-poetisch wie der Soundtrack von Schreckensszenarien. Gülnaz, eine gedemütigte Frau, deren Leben durch die Vergewaltigung ihrer Schwester aus der Bahn gerät, kehrt als schattengleich männermordende Prostituierte nach Istanbul zurück. Sie tötet, um den Makel von ihr und der Stadt abzuwaschen, der sich während der Putschzeiten in den 80er Jahren angehäuft hat. Asli Erdogan bewegt sich in ihrem Roman „Der wundersame Mandarin“ (Edition Galata, 2008; türk. „Mucizevi Mandarin“, 1996) als genaue Beobachterin zwischen den Welten. Eine junge türkische Vagabundin in den Straßen einer Schweizer Stadt: Auf der Flucht vor ihrer Kindheit wandert sie ziellos im Schutz der Dunkelheit umher. Mit der Liebe hat sie ihr linkes Auge verloren. Ihre Erscheinung, eine Gesichtshälfte voller Bandagen, erschreckt die Menschen, die ihr begegnen. Sie fühlt sich wie ein Gespenst, eine Außenseiterin, damals in ihrer Stadt Istanbul wie nachts hier.
Europa der Muttersprachen: Film, Lesung, Fest Eintritt: Film frei, Lesung und Fest: 15/13/10 Veranstalter: Verein Literaturhaus Das Türkei-Festival klingt mit einem literarisch-musikalischen Fest aus. Nach 20 Uhr liest Emrah Serbes auf Türkisch und Recai Hallac, der auch moderiert und übersetzt, auf Deutsch. Ab 22 Uhr spielt die Band GÖCEBE SARKILAR Istanbuler Multi-Kulti-Musik zum Zuhören und Tanzen. Türkisches Buffet! Bereits um 18 Uhr läuft der Film „Mutluluk/Glück“ (TR 2007, 105 Minuten, Regie: Abdullah Oguz) nach dem Bestseller von Zülfü Livaneli. Aus dem Zusammenprall der alten Türkei, dargestellt am Soldaten Cemal, der seine 17jährige, durch Schändung ehrlose Cousine Meryem töten soll, mit der modernen Seite der Türkei – verkörpert durch den Philosophie-Professor und Aussteiger Irfan – wird eine gemeinsame Odyssee im Segelboot, die ihr bisheriges Leben einschneidend verändert ... Um einen vermeintlichen Selbstmord geht es im Roman „Behzat C. jede berührung hinterlässt eine spur“ (Edition Galata, 2009; „Her temas iz birakir. Bir Ankara Polisiyesi“, 2006) von Emrah Serbes. Kommissar Behzat C., ein brutal-mürrischer Kettenraucher, soll den Tod einer Studentin aufklären, doch Antiterroreinheiten, die in demokratischen Reformprozessen einen Angriff auf ihre Macht sehen, mischen sich ein. Behzets Ermittlungen führen ins linksradikale Umfeld und konfrontieren ihn mit der eigenen Vergangenheit, denn vieles erinnert an seine Tochter. Pointiert- spannungsreich erzählt der Krimi die Geschichte zweier junger Frauen und deren Erfahrung, dass die Türkei nicht ihre Heimat ist, sondern das Land ihrer Mörder. http://literaturhaus-salzburg.at/programm/index.cfm?schwerpunkt=27 |